Gesundheit bewertet die Verfügbarkeit und Qualität der entsprechenden Einrichtungen und Dienstleistungen in jeder Schweizer Gemeinde.
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Ein hoher Score bei Gesundheit bedeutet einen ausgezeichneten Zugang zu Ärzten, Kliniken und Spitälern. Ein niedriger Score hingegen weist auf einen eingeschränkten Zugang zur Gesundheitsversorgung hin. Dieses Kriterium wird anhand offizieller Schweizer Daten (BFS, geo.admin.ch) und offener Daten (OpenStreetMap) gemessen.
Das Kriterium Gesundheit ist besonders wichtig für Rentner (Gewicht: 95%) und Familien (70%). junge Berufstätige legen weniger Wert darauf (20%) und priorisieren andere Kriterien.
Der Zugang zur Gesundheitsversorgung misst die Dichte und Nähe von vier Einrichtungstypen: Haus- und Fachärzte, Kliniken, Spitäler und Ärztezentren. VivaMap extrahiert diese Punkte aus OpenStreetMap und gewichtet sie nach Einrichtungstyp und Distanz vom Hexagonmittelpunkt — eine Hausarztpraxis in 500 m trägt deutlich mehr bei als ein Regionalspital in 12 km. Die Gewichtungskoeffizienten sind auf der Methodik-Seite beschrieben.
Die Schweiz verfügt über eines der am besten ausgestatteten Gesundheitssysteme Europas: rund 4,3 Ärzte pro 1 000 Einwohner laut BAG, gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 3,8. Regionale Unterschiede bleiben jedoch ausgeprägt. Alpine und periphere Gemeinden stützen sich teils auf eine einzige Hausarztpraxis mit Wochen langen Wartezeiten für neue Patientinnen. Städtische Zentren — Zürich, Genf, Basel, Bern, Lausanne — bündeln Universitätszentren, Referenzspitäler und Spezialkliniken. Diese Verteilung folgt logisch den Bevölkerungszentren, schafft aber erhebliche geografische Ungleichheiten bei der Spezialversorgung.
Die geografische Nähe zur Versorgung gewinnt mit zunehmendem Alter und bei chronischen Erkrankungen entscheidend an Gewicht. Ein Facharzttermin in 15 Minuten unterscheidet sich fundamental von einem, der 90 Minuten Fahrt erfordert — eine Differenz, die Therapietreue und Nachsorgequalität beeinflusst. Für Familien mit kleinen Kindern ist die Verfügbarkeit eines Kinderarztes oder einer Kindernotaufnahme im zumutbaren Umkreis ebenfalls ein explizites Wohnortwahlkriterium.
Wichtig: Dieser Score misst physische Erreichbarkeit, nicht klinische Qualität. In der Schweiz ist diese Qualität dank Bundesakkreditierungen (KVG, H+-Normen) und kantonaler Qualitätskommissionen bemerkenswert homogen. Klinische Qualität sollte daher den Entscheid nicht beeinflussen — es ist die Erreichbarkeit, die Gemeinden real unterscheidet.
Das Netz wird durch die Luftrettung ergänzt. Die REGA deckt bei günstiger Witterung das gesamte Gebiet in weniger als 15 Minuten ab und bildet ein Sicherheitsnetz für abgelegene Alpengemeinden, wo ein tiefer Score das Fehlen lokaler Praxen widerspiegelt, nicht aber einen tatsächlich mangelnden Zugang bei lebensbedrohlichen Notfällen.
In der Praxis lohnt es sich, den Gesundheits-Score nicht nur auf Gemeindeebene, sondern auf der Hexagonkarte zu betrachten. Eine Gemeinde mit einem mittleren Score kann deutlich heterogen sein: Hexagone nahe einer Klinik oder eines Spitals erzielen Bestwerte, während Hexagone am anderen Ende der Gemeindefläche deutlich tiefer liegen. Für Haushalte mit häufigem Versorgungsbedarf ist diese intragemendliche Varianz oft entscheidender als der Gemeindemittelwert.
Ergänzend ist festzuhalten, dass die Telemedizin den Schwellenwert für die geografische Erreichbarkeit schrittweise absenkt. Die Grundversicherungspflicht zur Kostenübernahme von Videokonsultationen seit 2020 ermöglicht erste Konsultationen und Rezepterneuerungen ohne Anfahrt — ein Entwicklung, die künftige Versionen des Scores berücksichtigen könnten.
Die Schweiz investiert rund 12 % ihres BIP in die Gesundheit — nach Deutschland (12,5 %) und Frankreich (12 %) die höchste Quote Europas. Die Ärztedichte (4,3 pro 1 000) übertrifft Spanien (3,9), das Vereinigte Königreich (3,0) und die Niederlande (3,6), liegt aber leicht unter Deutschland (4,5) und Österreich (5,4). Die durchschnittliche Distanz zu einem Akutspital beträgt für 85 % der Schweizer Bevölkerung weniger als 10 km — vergleichbar mit den skandinavischen Ländern und den Niederlanden, aber besser als das ländliche Frankreich oder Süditalien.
Bei offenen Daten ist die OSM-Kartierung von Gesundheitseinrichtungen in der Schweiz, Deutschland und den Niederlanden dank aktiver Gemeinschaften und transparenter öffentlicher Register ausserordentlich vollständig. Frankreich verfügt über das RPU (Répertoire partagé des professionnels de santé) über data.gouv.fr — mit vollständiger Abdeckung, aber geodätischem Bereinigungsbedarf. Italien publiziert sein Repertorio delle strutture sanitarie über das Gesundheitsministerium mit unvollständigerer Geodatenabdeckung im Mezzogiorno. In der Schweiz ist das Fehlen eines einzigen frei zugänglichen nationalen Registers der Gesundheitsfachleute die wichtigste Einschränkung — daher der Einsatz von OpenStreetMap als Proxy.
Die hedonistische Literatur zu Gesundheit und Immobilien ist weniger umfangreich als bei Lärm oder Natur, aber mehrere Studien konvergieren. Für Rentner-Haushalte führt jede zusätzliche Fahrminute zum nächsten Arzt laut BIS-Studien (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich) zu einem geschätzten Preisabschlag von 0,5 bis 1,0 % des Kaufpreises. Für Familien mit kleinen Kindern bringt die Nähe einer medizinischen Krippe oder eines Kinderarztes zu Fuss eine vergleichbare Prämie von 2 bis 4 % auf dem Mietmarkt.
Der Effekt verstärkt sich in Berggemeinden, wo der Hausarzt oft der einzige Anbieter von Primärversorgung ist. Die Verknappung von Praxen — in den Kantonen Uri, Obwalden und Glarus dokumentiert — beginnt sich in Preisabschlägen bei Immobilien niederzuschlagen, ein in der Schweiz bisher unbekanntes Signal. Ein Gesundheits-Score unter 4/10 in einer kantonszentralfernen Gemeinde sollte in die Gesamtlebenshaltungskostenrechnung einbezogen werden: Medizinische Fahrten können für einen Haushalt mit Kindern oder im regelmässigen Behandlungsfolge CHF 1 000 bis 3 000 pro Jahr ausmachen.
Auf der VivaMap-Skala von 0–10 lässt sich der Gesundheits-Score so lesen:
Dieser Score sollte im Licht des Haushaltsprofils bewertet werden. Für ein gesundes Paar in den Dreissigern ist ein 4/10 oft vertretbar. Für einen Senior in kardiologischer Behandlung oder eine Familie mit drei Kleinkindern verdient ein Score unter 6/10 eine gründliche Analyse der tatsächlichen Distanzen auf der interaktiven Karte.
Daten: BFS, geo.admin.ch, OSM — Scores normalisiert 0-10